Mikrokredit

Schnell und unbürokratisch an Geldmittel kommen

Mikrokredite sind eine gute Möglichkeit, einen zeitlich begrenzten finanziellen Mehrbedarf zu decken, selbst wenn die persönliche Ausgangssituation im Hinblick auf die gängigen Bonitätskriterien nicht ganz ideal ausfällt. Egal, ob Sie eine finanzielle Durststrecke überwinden müssen, bevor der neue Job das erste Gehalt aufs Konto spült oder sich mit Ihrem eigenen kleinen Dienstleistungsunternehmen selbstständig machen wollen. Im Gegenzug müssen Sie mit vergleichsweise hohen Zinsen rechnen. Die kurzen Laufzeiten wiederum können von Vorteil sein, da der Kredit ebenso schnell wieder abgelöst ist, wie er aufgenommen wurde.

Was ist ein Mikrokredit?

Mikrokredite

Als Mikrokredite bezeichnet man Kleinst- und Kleinkredite in Höhe von wenigen Hundert bis wenigen Tausend Euro, die an Gewerbetreibende aber auch an Privatpersonen vergeben werden. Von ihren großen Geschwistern, den konventionellen Bankkrediten, unterscheiden sich diese Mikrofinanzdienstleistungen nicht nur in puncto Mindestbetrag und maximaler Leihsumme. Gängig sind Beträge zwischen 50 und 3000 Euro, während normale Ratenkredite erst ab einer Höhe von rund 2000 Euro vergeben werden. Zwar gibt es namhafte Banken, die Mikrokredite anbieten, die meisten dieser Kleindarlehen werden aber von Spezialanbietern vertrieben, die keine Bankzulassung haben, sondern als sogenannte Mikrofinanzinstitute akkreditiert sind. Außerdem sind Mikrokredite niedrigschwelligere Angebote als normale Ratenkredite.

Zinsen und Staffelung

Der Bewerber muss also weniger Voraussetzungen hinsichtlich seiner Bonität erfüllen. Als Fördermittel sollen Mikrokredite so auch jenen Personen den Weg in die Selbstständigkeit ermöglichen, die anderweitig keinen Zugang zu Geldmitteln in vergleichbarer Größe haben. Dafür bezahlen sie relativ hohe Zinsen, die durch die geringen Leihsummen und kurzen Laufzeiten aber wieder ausgeglichen werden. Ein besonderes Merkmal von Darlehen im Mikroformat ist das schrittweise Vergabeprinzip. Erst wenn eine verhältnismäßig kleine Kreditsumme vertragsgemäß zurückgezahlt wurde, kann sich der Kreditnehmer größere Beträge leihen.

Höhe der Kreditsumme

Der durchschnittliche Konsumkredit wird in der Regel erst ab 2000 Euro aufwärts vergeben, bei kleineren Beträgen verweist die Hausbank auf anderweitige Finanzierungsmöglichkeiten, beispielsweise per Dispokredit oder Ratenkauf beim jeweiligen Anbieter. Auf der anderen Seite der Skala sind die Grenzen nach oben hin offen. Baufinanzierungen oder Unternehmenskredite belaufen sich nicht selten auf mehrere Hunderttausend oder einige Millionen Euro. Mikrokredite hingegen sind per Definition auf wesentlich kleinere Beträge beschränkt. Während ein Gewerbetreibender vielleicht noch ein Darlehen über 25.000 Euro erhält, können sich Privatpersonen bei den meisten Anbietern maximal 3000 Euro leihen. Zugleich liegt auch die Mindestkreditsumme wesentlich niedriger als beim normalen Ratendarlehen. Je nach Anbieter sind sogar Kleinstkredite ab 50 oder 100 Euro realisierbar. Damit sich die Vergabe derart kleiner Leihsummen rechnet, haben Mikrokreditbanken einen eigenen Vergabestandard entwickelt, der sich von dem Prüfverfahren für konventionelle Darlehen unterscheidet. Mikro- und Minikredite sind daher fast ausschließlich bei speziellen Anbietern erhältlich.

Laufzeit

Wie lange es dauert, bis ein Mikrokredit zurückbezahlt ist, hängt davon ab, ob es sich um ein Privatdarlehen oder einen gewerblichen Kredit handelt. Die Laufzeit für einen Unternehmerkredit im Mikroformat kann zwischen wenigen Monaten und 3 Jahren oder mehr betragen. Dabei entsprechen die Rückzahlungsbedingungen denen eines normalen Ratenkredits. Der Kreditnehmer bezahlt also monatlich eine vertraglich vereinbarte Summe an seinen Geldgeber zurück. Je nach Vertragsgestaltung sind auch Sonderzahlungen oder eine vorzeitige Ablösung der Kreditsumme denkbar. Privatpersonen hingegen, die sich höchstens 3000 Euro leihen können, müssen ihren Mikrokredit innerhalb von maximal 6 Monaten zurückzahlen.

Einmalzahlung oder Ratenzahlung

Bei Kleinstbeträgen von 100, 200 oder 500 Euro ist die Laufzeit noch kürzer und beträgt oft nur 30 Tage. Anders als bei umfangreicheren Darlehen findet unter diesen Voraussetzungen auch keine Ratenzahlung im klassischen Sinn statt, sondern die Tilgung erfolgt mit einer Einmalzahlung. Bei vielen Anbietern besteht aber auch bei kleinsten Leihsummen die Möglichkeit, die Rückzahlung gegen eine geringe Mehrgebühr in zwei oder mehr Teilbeträge zu splitten. Ob Sie diese Option tatsächlich nutzen können, hängt bei manchen Mikrofinanzdienstleistern allerdings davon ab, ob Sie Neu- oder Bestandskunde sind. Einige Anbieter gewähren ihren Kunden erst dann größere Flexibilität in puncto Rückzahlung und Kredithöhe, wenn sie bereits einen oder mehr Mikrokredite vertragsgemäß zurückgezahlt haben.

Zinsen und Gebühren

Mikrokredite sind teurer als das klassische Darlehen von der Hausbank. Das gilt umso mehr in Phasen, in denen die Kreditzinsen auf historisch tiefem Stand verharren. Gebührensätze von knapp 10 % für einen Kredit über 500 Euro sind nicht ungewöhnlich. Bei der Entscheidung für oder gegen ein Mikrodarlehen sollten sich Verbraucher aber nicht allein an den Zinsen orientieren, sondern auch die kurzen Laufzeiten miteinbeziehen. Wer sich die 500 Euro lediglich für 30 Tage leiht, zahlt de facto nur wenige Euro, auch wenn der Schreck beim Blick auf den geltenden Zinssatz zunächst vielleicht groß ist. Etwas anders sieht es bei gewerblichen Mikrokrediten aus. Zum einen gibt es hier größere Unterschiede zwischen den einzelnen Geldgebern, zum anderen sind die Laufzeiten mit bis zu 36 Monaten wesentlich länger. Dabei zahlen Unternehmer, die sich lediglich für 6 bis 12 Monate Geld leihen, mehr als jene, die eine Laufzeit von 2 oder 3 Jahren vereinbaren. Unter Umständen verringern sich die Kreditkosten, wenn der Bewerber eine Bürgschaft oder andere Sicherheiten nachweisen kann.

Aufnahme von Mikrokrediten

Ein Mikrokredit kann in unterschiedlichen Situationen finanzieller Herausforderung die passende Lösung sein. Häufig suchen Verbraucher nach entsprechenden Finanzdienstleistungen, wenn Ihnen unvorhergesehene Kosten entstehen, die sie mit ihrem vorhandenen Budget nicht ohne Weiteres stemmen können. Auch finanzielle Engpässe, beispielsweise durch einen kurzfristigen Verdienstausfall oder durch ein unglückliches Zusammenspiel mehrerer Faktoren, können mit einem Mikrokredit rasch und vergleichsweise unbürokratisch überbrückt werden. Existenzgründer, die ihr eigenes, kleines Unternehmen eröffnen wollen, brauchen ebenfalls oft finanzielle Starthilfe. Selbiges gilt für Verbraucher, die ihre beruflichen Chancen durch Fortbildungen verbessern wollen, jedoch keinen Anspruch auf staatliche Hilfen haben. Und last, but not least, können Sie sich mit einem Kleinkredit auch kleine und mittelgroße materielle Wünsche erfüllen, beispielsweise ein schickes Outfit, ein spontanes Geschenk für die Liebsten oder ein neues Smartphone.

Unerwartete Kosten

Vor unvorhergesehenen Ausgaben ist niemand gefeit. Eine kaputte Waschmaschine, die teuer repariert und wenig später doch durch ein neues Gerät ersetzt werden muss, kann den Haushaltsplan ordentlich durcheinanderwirbeln. Reparaturen und der Ersatz kaputtgegangener Haushaltsgeräte gehören zu den klassischen Gründen für die Aufnahme eines Kleinkredits. Auch zusätzliche Anschaffungen wie der Kauf eines neuen Anzugs fürs Bewerbungsgespräch oder eines Gastgeschenks für eine Hochzeit im Freundeskreis sind nicht in jedem Budget vorgesehen. Immer öfter werden auch Zuzahlungen für zahnärztliche oder andere medizinische Behandlungen zu einem Kostenfaktor, der für Kopfzerbrechen sorgt. Für gewöhnlich lassen sich zusätzliche finanzielle Belastungen zwar über den Dispokredit auf dem Girokonto schultern. Wer diesen aber bereits ausgereizt hat oder den teuren Dispozins scheut, ist mit einem Minidarlehen meist besser beraten. Mikrokredite sind rasch beantragt und schnell ausbezahlt, sodass Sie mit ihnen auch dringende Anschaffungen tätigen können.

Überbrückung finanzieller Engpässe

Finanzielle Engpässe entstehen, wenn die Ausgaben die Einnahmen und Ersparnisse des Betroffenen übersteigen. Häufig ist das der Fall, wenn mehrere, untypische finanzielle Belastungen zusammenkommen. Beispielsweise durch kurzfristige Einkommenseinbußen bei Arbeitslosigkeit oder Jobwechsel oder durch Mehrausgaben. Experten raten davon ab, einen finanziellen Engpass mit einem Kleinkredit zu überbrücken, wenn nicht absehbar ist, wann und woher der nächste Geldeingang kommt. Schließlich muss nicht nur das geliehene Geld zurückgezahlt werden. Auch die üblichen Lebenshaltungskosten für Miete, Lebensmittel, Versicherungen und Strom laufen weiter und wollen rechtzeitig beglichen sein.

Anders sieht es aus, wenn es sich bei dem Engpass um einen vorübergehenden Zustand handelt, dessen Ende bereits in Sicht ist. Beispielsweise wenn am nächsten Monatsersten genug Gehalt nachkommt, um die Kreditrate und die sonstigen Kosten bequem zu begleichen. In diesem Szenario kann ein Mikrokredit sogar eine verhältnismäßig günstige und sichere Lösung sein. Dank seiner kurzen Laufzeit ist er schnell wieder abgelöst, im Bereich der privaten Mikrokredite bereits nach 30 Tagen. Außerdem machen ihn die fixen Rahmenbedingungen in puncto Zinsen und Rückzahlungsbedingungen zu einem transparenten und übersichtlichen Finanzprodukt, weshalb ihn so manche Verbraucher dem Überziehungskredit auf dem Girokonto vorzieht.

Existenzgründung

Die meisten Unternehmen müssen Geld investieren, bevor sie mit ihrer Geschäftsidee Geld verdienen können. Sie benötigen Waren, Software oder eine spezielle Ausrüstung, müssen eine Werkstatt anmieten oder ein Auto kaufen. Außerdem verdienen sie in der Anfangsphase ihres Unternehmens kaum genug Geld, um davon leben zu können. Gründerkredite von der Hausbank sind der Regel jedoch an hohe Vorgaben und Kreditvolumina gekoppelt. Der Antragsteller muss Eigenkapital und einen vollständig ausgearbeiteten Businessplan vorweisen können, auch sollte er nicht arbeitslos sein oder in ähnlich schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen leben. Gewerbliche Mikrokredite richten sich hingegen an Gründer, die nur wenige Tausend benötigen, um ihren Traum von der Selbstständigkeit zu verwirklichen. Außerdem sind sie auch Bewerbern zugänglich, die bisher arbeitslos waren oder deren Bonität aus anderen Gründen gelitten hat.

Fortbildung

Manche Fortbildungen werden vom Arbeitgeber oder von staatlichen Fördergeldern bezahlt. Für viele aber muss der Teilnehmer selbst aufkommen. Je nach Art und Umfang der Fortbildung werden dafür Kosten in Höhe von mehreren Hundert bis einigen Tausend Euro fällig. Außerdem ist es mit den Gebühren für die Fortbildung oft nicht getan. Fahrtkosten, Übernachtungen und Verpflegung bei Wochenendseminaren, Lernmaterialien und Prüfungsgebühren sind im Kurspreis oft nicht enthalten, lassen sich mit einem privaten Mikrokredit aber bequem finanzieren. Gründer und Kleinunternehmer können mit einem Darlehen aus dem Mikrokreditfonds oder von einer Förderbank gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn manche der geförderten Mikrokredite gehen mit zusätzlichen Beratungsangeboten an den Kreditnehmer einher, beispielsweise einem Gründercoaching oder einer betriebswirtschaftlichen Beratung.

Konsumfinanzierung

Zuguterletzt sind Mikrokredite auch eine einfache Möglichkeit, sich einen materiellen Wunsch zu erfüllen, der das persönliche Budget zwar nicht sprengt, aber doch zu teuer ist, um ihn bequem aus der Portokasse bezahlen zu können. Eine Luxuskreuzfahrt lässt sich mit einem Mikrokredit nicht finanzieren, ein Städtetrip übers Wochenende oder eine Woche Sommerurlaub sind aber durchaus drin. Auch für Neuanschaffungen im Bereich Möbel, Multimedia und Elektronik sind Kleinkredite wie gemacht. Ist man in der Lage, das geliehene Geld vertragsgemäß zurückzuzahlen, spricht auch nichts gegen die wiederholte Kreditaufnahme. Bei vielen Anbietern können sich Kunden auf diese Weise sogar eine bessere Bonitätseinstufung und somit einen größeren Kreditrahmen erarbeiten. Verbraucher sollten aber darauf achten, sich nicht zu viele Zahlungsverpflichtungen auf einmal aufzuhalsen. Damit steigt nicht nur das Risiko, sich zu verschulden, auch die Schufa-Bewertung leidet, wenn zu viele Kreditverträge offen sind.

Vorteile von Mikrokrediten

Mikrokredite können gegenüber konventionellen Bankkrediten mit langen Laufzeiten unterschiedliche Vorteile haben, je nach Bedarf und persönlicher Finanzsituation des Kunden. Im Bereich der kleinen und kleinsten Privatkredite sind neben der niedrigen Mindestsumme auch die einfache Antragstellung und die rasche Auszahlung wichtige Faktoren. Darüber hinaus sind Mikrokredite nicht nur billiger als ihre naheliegende Alternative, der Dispokredit. Sie gehen auch mit weitaus übersichtlicheren Rahmenbedingungen einher. Außerdem werden Mikrokredite auch an Bewerber vergeben, deren Bonität aufgrund negativer Schufa-Einträge zu wünschen übrig lässt. Mikrofinanzinstitute bewerten die Bonität eines Kunden nämlich anders als Banken und bieten auch Kunden mit problematischer Zahlungshistorie die Chance, zumindest kleine Summen zu leihen, bevor sie für größere Kreditbeträge freigeschaltet werden.

Geringe Bürokratie, schnelle Abwicklung

Die Kriterien nach denen Banken Geld verleihen, sind streng. Umso mehr, wenn es sich um große Summen, etwa im Rahmen einer Baufinanzierung oder eines Investitionskredits handelt. Herangezogen wird nicht nur das Einkommen des Bewerbers, auch seine übrige Vermögenssituation wird auf Eigenkapital und mögliche Sicherheiten hin überprüft. Außerdem spielt die Bewertung durch die Schufa und andere große Auskunfteien eine maßgebliche Rolle bei der Kreditvergabe. Jede Abweichung vom Idealwert verringert die Chance aufs Wunschdarlehen. Existenzgründer, die kein Eigenkapital nachweisen können oder bisher arbeitslos waren, erhalten auf klassischem Weg daher nur selten Kredit.

Flexiblere Vergabekriterien

Gewerbliche Darlehen im Mikroformat hingegen zielen genau auf jene Gründer und Unternehmer ab, die aus einer suboptimalen Position heraus in die Selbstständigkeit starten. Der Aufwand bei der Antragstellung ist oft wesentlich einfacher. Nicht jeder Anbieter verlangt beispielsweise eine Rentabilitätsvorschau oder eine Liquiditätsplanung. Entsprechend rasch kann auch über den Kreditantrag entschieden werden. Im Bereich der privaten Mikrokredite liegen die Hürden für Bewerber ebenfalls tiefer, da die Bonität bei Kurzzeitkrediten anders gewichtet wird als bei klassischen Ratenkrediten mit mehrjährigen Laufzeiten. Die Antragstellung kann ganz einfach am heimischen PC erfolgen, für die Auszahlung benötigen manche Anbieter nur wenige Stunden.

3.3 Geringere Zinsen als bei Überziehung des Girokontos

Für die meisten Kontoinhaber in Deutschland ist der Dispositionskredit der einfachste und schnellste Weg, um an zusätzliches Geld zu kommen. Wer berufstätig ist oder eine Rente erhält, kann sein Konto für gewöhnlich um einen gewissen Betrag überziehen. Dennoch kann längst nicht jeder Verbraucher diesen unbürokratischen Kleinkredit nutzen. Wer keine regelmäßigen Einkünfte vorweisen kann oder ALG II erhält, bekommt nur selten einen Überziehungskredit eingeräumt. Das gilt auch, wenn der Dispo dem Aufbau eines Kleingewerbes aus der Arbeitslosigkeit heraus dienen soll. Zum anderen hat die Kontoüberziehung sowohl preisliche als auch psychologische Nachteile gegenüber dem Mikrokredit, handelt es sich beim Dispo doch um einen laufenden Kredit. Solange die Überziehungsgrenze nicht erreicht ist, muss der Kunde sein Konto nicht ausgleichen.

Gleichzeitig aber fallen Dispozinsen an. Wie hoch diese sind, liegt im Ermessen der Bank, Zinssätze von 13 % oder mehr sind aber keine Seltenheit. Soll und Zinsen summieren sich, sodass es mit jedem Tag, an dem sich das Konto im Minus befindet, immer schwieriger wird, den Saldo auszugleichen. Kein Wunder also, dass einige Verbraucher permanent im Dispo stehen oder aber von vorneherein davor zurückscheuen, den Überziehungskredit zu nutzen. Mikrofinanzierungen sind zwar ebenfalls teurer als konventionelle Bankdarlehen, kosten aber noch immer weniger als die Kontoüberziehung. Außerdem sind Leihsumme und Rückzahlung klar geregelt. Die Gefahr, sich immer weiter zu verschulden, ist beim Mikrokredit also wesentlich geringer als bei der Disponutzung.

Nachteile von Mikrokrediten

Mikrokredite punkten mit ihrer Verfügbarkeit für größere Bevölkerungsgruppen und mit ihrer raschen Abwicklung. Sie sind schnell beantragt und schnell zurückgezahlt. Auf der anderen Seite der Waagschale liegt ihr Preis. Kredite vom Spezialanbieter sind wesentlich teurer als vergleichbare Darlehen von der Bank. Im direkten Vergleich mit einem konventionellen Anschaffungs- oder Gründerkredit von der Hausbank kann der Mikrokredit nicht bestehen. Bei Mikrofinanzinstituten kosten außerdem viele Leistungen extra. Ein Faktor, der das Darlehen weiterhin verteuert. Gerade bei gewerblichen Mikrodarlehen führen die kurzen Laufzeiten dazu, dass die Kreditnehmer relativ hohe Tilgungsleistungen erbringen müssen, obwohl sie mit ihrem Unternehmen noch ganz am Anfang stehen. Statt 5 oder 10 Jahre haben sie nämlich nur 6 bis 36 Monate Zeit, um ihre Schulden abzulösen.

Höhere Zinsen und Gebühren

Ein Mikrokredit ist für einen Kreditnehmer mit guter Bonität deutlich teurer als Bankdarlehen. Das gilt umso mehr, je kürzer die Laufzeit ausfällt. Am teuersten sind Klein- und Kleinstkredite mit weniger als 12 Monaten Laufzeit. Diese Preisgestaltung erklärt sich zum einen durch die vergleichsweise hohen Verwaltungskosten bei Klein- und Kleinstkrediten. Da sie innerhalb kurzer Zeit vollständig abgelöst werden, verdient der Mikrofinanzierer nur wenige Monate oder gar Wochen an dem Darlehen. Außerdem sind Mikrokredite auch Personen zugänglich, deren Bonitätsbewertung ein höheres Ausfallrisiko annehmen lässt, als es dem klassischen Kreditkunden normalerweise bescheinigt wird. Ein Risiko, das ebenfalls das Mikrofinanzinstitut trägt. Lediglich bei Darlehen mit längeren Laufzeiten von 12 bis 36 Monaten nähern sich die Zinsen den marktüblichen Gebühren wieder an. Also vorwiegend bei gewerblichen Mikrokrediten mit entsprechendem großem Volumen.

Hohe Tilgungszahlungen durch kurze Laufzeiten

Bei Minikrediten für Privatpersonen sind Standardlaufzeiten von 30 Tagen die Regel, die sich je nach Anbieter auf bis zu 3 oder 6 Monate ausdehnen lassen. Wer nur sehr kleine Leihsummen aufnimmt und ein normales Gehalt aus einer Vollzeitstelle hat, wird dennoch kaum in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Anders sieht es bei größeren Leihbeträgen aus, je nach Anbieter sind immerhin 3000 Euro Kreditvolumen möglich. Für einen solchen Betrag plus Zinsen ist eine Rückzahlungsperiode von wenigen Monaten möglicherweise zu knapp bemessen. Viel Spielraum für unvorhergesehene Entwicklungen lassen die hohen Kreditraten jedenfalls nicht.

Belastung für Existenzgründer

Vor allem aber beim gewerblichen Mikrokredit kann die kurze Laufzeit von maximal drei Jahren zum Nachteil werden. Das gilt insbesondere dann, wenn das Geld nicht in ein bestehendes Gewerbe investiert wird, mit dem sich der Kreditnehmer bereits einen Kundenstamm erarbeiten konnte, sondern der Existenzgründung dienen soll. Experten geben zu bedenken, dass Jungunternehmer im Schnitt drei Jahre brauchen, bis sie Gewinn erwirtschaften. Bei einer verhältnismäßig hohen Leihsumme von circa 20.000 Euro ist das unter Umständen zu wenig, um die Schulden monatlich oder am Ende der Laufzeit auf einen Schlag zu begleichen.

Vorüberlegungen zur Aufnahme eines Mikrokredits

Vor dem Kreditantrag steht die Suche nach passenden Anbietern und die Klärung der persönlichen und formalen Rahmenbedingungen. Etwa der Frage, wie hoch die Leihsumme ausfallen soll. Sie richtig einzuschätzen ist vor allem beim gewerblichen Mikrokredit wichtig, aber auch beim Privatkredit ist es ärgerlich, wenn der Leihbetrag am Ende doch nicht reicht. Eng damit verbunden ist die Analyse der finanziellen Ausgangssituation. Das monatliche Budget sollte in jedem Fall groß genug sein, um die fristgerechte Rückzahlung der Leihsumme zu garantieren. Anschließend geht es an die Recherche möglicher Geldgeber. Je nachdem, welchem Zweck das Kleindarlehen dient, stehen hier unterschiedliche Spezialanbieter aber auch das eine oder andere namhafte Kreditinstitut zur Auswahl. Ist der passende Anbieter gefunden, gilt es, dessen Vergabekriterien zu recherchieren und die entsprechenden Unterlagen zeitnah und vollständig zusammenzustellen. Je nachdem, ob es sich um Kleinstdarlehen oder eine Leihsumme in Höhe mehrerer Tausend Euro handelt, nimmt dieser Schritt mehr oder weniger Zeit in Anspruch.

Welche Kreditsumme wird benötigt

Der erste Schritt auf dem Weg zum passenden Mikrokredit ist die Überlegung, wie hoch die Leihsumme sein soll. Denn daran entscheidet sich, welche Anbieter infrage kommen und wie viel Zeit und Aufwand der Bewerber für den Kreditantrag einplanen sollte. Geht die Waschmaschine kaputt oder flattert eine hohe Nebenkostennachzahlung in den Briefkasten, liegt der Kreditbetrag auf der Hand. Dabei kann es verführerisch sein, sich mehr Geld zu leihen, als man eigentlich braucht. Ganz nach dem Motto: Wenn ich ohnehin schon einen Kredit aufnehmen muss, will ich mir auch etwas davon leisten. Experten raten aber davon ab, die Leihsumme weit über dem eigentlichen Bedarf zu wählen, umso mehr, wenn das Geld ohnehin schon knapp ist. Schließlich muss jeder Euro samt Zinsen innerhalb kürzester Zeit zurückgezahlt werden. Aufwendiger ist die Berechnung der Leihsumme für Existenzgründer und Kleinunternehmer, die das Geld in ihr Gewerbe investieren wollen. Sie müssen sich bereits weit im Vorfeld mit dem Verwendungszweck ihres Darlehens und den Kosten der einzelnen Anschaffungen auseinandersetzen.

Lokaler oder überregionaler Anbieter

Welche Anbieter für den Mikrokredit infrage kommen, hängt zunächst davon ab, ob es sich um ein Kleindarlehen zum privaten Gebrauch oder um einen gewerblichen Kredit handelt. Privatpersonen finden potenzielle Geldgeber online. Auch Kreditvergleichsseiten listen die Mikrokreditanbieter übersichtlich auf. Gewerbliche Nutzer, die mit dem Geld ein eigenes Unternehmen gründen oder ausbauen wollen, können sich sowohl für einen bundesweit tätigen als auch für einen lokalen Anbieter entscheiden. Beispielsweise, in dem sie sich für das Förderprogramm der Landesbank vor Ort bewerben oder ein ausschließlich regional tätiges Mikrofinanzinstitut wählen. Lokale Anbieter sind in der Regel besser mit den Besonderheiten der Wirtschaft und der Gewerbe vor Ort vertraut und fühlen sich der Förderung regionaler Unternehmen verpflichtet. Auf der anderen Seite kann es durchaus sein, dass sich bei einem Mikrofinanzierer mit bundesweiter Reichweite Konditionen finden, die besser zu den persönlichen Vorstellungen passen. Hier gilt es, die jeweiligen Rahmenbedingungen, Anforderungen und Leistungen bereits im Vorfeld einem sorgfältigen Vergleich zu unterziehen.

Welche Unterlagen müssen vorgelegt werden?

Wer sich bei einem Spezialanbieter für Minikredite 200 Euro bis zum Monatsende leiht, muss dafür in der Regel nur eine Kopie eines gültigen Ausweisdokuments sowie einen Gehaltsnachweis erbringen. Beispielsweise die Lohnabrechnungen der vergangenen drei Monate. Bei gewerblichen Mikrokrediten müssen naturgemäß mehr Unterlagen eingereicht werden. Ein Businessplan wird dabei nicht von allen Mikrofinanzierern in vollem Umfang verlangt. Hier reicht unter Umständen auch eine Kurzbeschreibung des Kreditprojekts, samt Aufschlüsselung, welcher Betrag in welche Investition fließen soll. Neben dem obligatorischen Identitätsnachweis gehören zu den verlangten Unterlagen darüber hinaus eine Kopie der Gewerbeanmeldung, die ausgefüllte Selbstauskunft und gegebenenfalls die vereinbarte Bürgschaft samt Selbstauskunft des Bürgen. Wer bereits ein Unternehmen führt, sollte ebenfalls die aktuelle betriebswirtschaftliche Auskunft sowie den letzten Jahresabschluss vorlegen. Sind weitere Sicherheiten vorhanden, gehört auch deren Dokumentation in die Unterlagen. Bei Gründerkrediten verlangen manche Mikrofinanzinstitute außerdem einen Nachweis, dass der Antragsteller an einem Seminar für Existenzgründer oder einer ähnlichen Veranstaltung teilgenommen hat.

Können die monatlichen Zahlungen geleistet werden?

Eine zentrale Frage, die sich jeder zukünftige Kreditnehmer vor der Vertragsunterzeichnung stellen sollte, lautet: Habe ich monatlich genug Geld zur Verfügung, um den Mikrokredit pünktlich zurückzahlen oder weiß ich heute noch nicht, wovon ich die nächste Monatsrate bezahlen soll? Wer ein regelmäßiges Einkommen aus einer Vollzeitbeschäftigung und keine anderweitigen finanziellen Verpflichtungen hat, kann sich einen Kleinkredit in der Regel leisten. Für Verbraucher hingegen, die bereits bestehende Kreditverträge bedienen müssen, ihr Girokonto restlos überzogen haben und ihre Lebenshaltungskosten nur mit Ach und Krach stemmen, kann auch eine kleine Kreditsumme mehr sein, als sie zurückzahlen können. Ihnen gegenüber sind Existenzgründer und Unternehmer insofern im Vorteil, als das Förderbanken und Mikrofinanzinstitute ihre Kunden vor und bei der Kreditaufnahme ausführlich beraten und begleiten. Beispielsweise indem sie mit ihnen gemeinsam ermitteln, wie viel Geld sie für ihr Vorhaben tatsächlich benötigen und welche Rückzahlungsrate in welchem Zeitraum realistisch ist.

Ablauf der Aufnahme von Mikrokrediten

Ist der passenden Anbieter gefunden und die Frage nach den benötigten Unterlagen, geklärt, geht es an die Antragstellung. Sie kann online oder auf Papier erfolgen. Der Antrag ist jedoch erst dann vollständig, wenn auch die geforderten Nachweise komplett und in der vorgeschriebenen Form beim potenziellen Geldgeber eingegangen sind. Je nach Anbieter erfolgt auch die Einreichung per E-Mail-Anhang oder auf dem Postweg. Anschließend heißt es Warten, denn das Kreditinstitut muss Antrag und Anlagen zuerst prüfen. Unter Umständen muss der Bewerber zusätzliche Sicherheiten nachweisen, damit der Mikrokredit bewilligt werden kann. Wird das Darlehen gewährt und ausbezahlt, beginnt für den Kreditnehmer die Rückzahlungsphase. Je nach Vertragsgestaltung dauert sie nur wenige Wochen oder mehrere Jahre. Beim gewerblichen Mikrokredit haben Unternehmer außerdem die Möglichkeit, erst zeitverzögert mit der Ratenzahlung zu beginnen oder sie entscheiden sich für ein endfälliges Darlehen.

Antragstellung

Der Antrag für einen Mikrokredit zum privaten Gebrauch ist eine Sache von wenigen Minuten, vorausgesetzt, die technischen Voraussetzungen stimmen und der Antragsteller hat die nötigen Dokumente parat. Antrag sowie Selbstauskunft werden beim Spezialanbieter für Minikredite ganz einfach am Bildschirm ausgefüllt. Der Bewerber gibt an, welchen Betrag er aufnehmen will und wählt die bevorzugte Rückzahlungsvariante. Gegebenenfalls muss er dabei zusätzlichen Kosten zustimmen, beispielsweise für einen erweiterten Rückzahlungszeitraum. Wer eine Expressauszahlung am selben Tag wünscht, sollte außerdem darauf achten, den Antrag frühzeitig zu stellen. Anträge, die in den Nachmittags- oder Abendstunden eingereicht werden, können auch beim schnellsten Anbieter nicht mehr am selben Tag abschließend bearbeitet werden.

Eckdaten gewerblicher Kredite

Bei gewerblichen Mikrokrediten wird der Antrag online, schriftlich oder telefonisch in Zusammenarbeit mit einem Mitarbeiter aufgenommen. Unter Umständen gibt es auf der Homepage des Anbieters aber bereits einen Kreditcheck, mit dem Bewerber herausfinden können, wie die Rahmenbedingungen ihres Wunschdarlehens aussehen könnten. Der tatsächliche Antrag ist etwas umfangreicher als bei privaten Kurzzeitkrediten. Neben persönlichen Daten werden die relevanten gewerblichen Daten wie der Tätigkeitszweig oder das Datum der Gewerbeanmeldung abgefragt. Falls vorhanden, muss der Antragsteller auch die Handelsregisternummer, frühere und erwartbare Jahresergebnisse, seine Mitarbeiteranzahl sowie den Verwendungszweck seines Wunschdarlehens und etwaige Sicherheiten angeben. Auch die Schufa wird bereits beim Antrag abgefragt. Hier kann der Bewerber wählen, ob ein negativer Eintrag vorhanden ist oder nicht oder ob er zu diesem Punkt keine Angaben machen kann.

Einreichung der Unterlagen

Damit die Wunschsumme ausgezahlt werden kann, muss der Antragsteller die von ihm gemachten Angaben in der geforderten Form belegen. Außerdem muss er sich einer Identitätsprüfung unterziehen. Mittels moderner Verfahren wie der Bestätigung einer per SMS empfangenen PIN oder der Videotelefonie nimmt dieser Schritt nur wenige Minuten in Anspruch. Gehaltsnachweise können ganz einfach gescannt und per E-Mail an das Mikrokreditinstitut übermittelt werden. Weitere Unterlagen sind bei Kleinstkrediten in der Regel nicht erforderlich. Gewerbliche Mikrokredite sind in der Regel umfangreicher und benötigen daher einen größeren Planungsaufwand. Zwar kommen viele Unternehmenskredite im Kleinformat ohne zusätzliche Sicherheiten aus, je nach Kreditprojekt und Ausgangssituation des Antragstellers ist in manchen Fällen aber der Nachweis einer Bürgschaft oder anderer Sicherheiten auf schriftlichem Weg oder in digitaler Form nötig.

Prüfung der Unterlagen

Sind Antrag und geforderte Unterlagen beim potenziellen Kreditgeber eingegangen, werden Angabe und Dokumente geprüft. Je nach Verwendungszweck und Anbieter des Mikrodarlehens dauert dieser Prozess unterschiedlich lang. Minikredite zum privaten Gebrauch werden in der Regel noch am selben Tag bearbeitet. Damit die Prüfung erfolgreich abgeschlossen werden kann, müssen die Unterlagen vollständig vorliegen und den im Kreditantrag gemachten Angaben entsprechen. Fehlende oder fehlerhafte Angaben und Dokumente sowie Betrugsversuche führen zu Verzögerungen oder schlimmstenfalls zur sofortigen Ablehnung des Antrags. Bei einigen Instituten ist es im Rahmen gewerblicher Finanzierungen außerdem üblich, den Antragsteller, falls noch nicht geschehen, telefonisch zu kontaktieren, um die schriftlichen Angaben mit einem persönlichen Eindruck zu ergänzen und weitere Fragen, beispielsweise nach zusätzlichen Sicherheiten zu klären. Bis zur abschließenden Kreditentscheidung dauert es wenige Werktage.

Eventuell Sicherheiten klären

Kleinkredite für private Zwecke werden in der Regel ohne Sicherheiten vergeben. Ihre Rückzahlung wird lediglich über die regelmäßigen Einkünfte des Kreditnehmers gewährleistet. Das gilt auch für Verbraucher, die Arbeitslosengeld I erhalten oder berentet sind. Sie können sich gegebenenfalls nur geringe Summen leihen, anders als bei klassischen Bankdarlehen sind sie aber nicht von vorneherein von der Kreditvergabe ausgeschlossen. Zusätzliche Sicherheiten müssen lediglich Bewerber vorlegen, die keine eigenen Einkünfte haben oder ALG II beziehen. Beispielsweise, in dem sie den Kreditantrag gemeinsam mit einem solventen Bürgen ausfüllen. Gewerbliche Finanzierungen hingegen kommen seltener ohne Sicherheiten aus. Gängig sind hierfür Bürgschaften über 50 oder 100 %. Im Bereich der geförderten Mikrodarlehen gibt es allerdings Anbieter, die ganz auf zusätzliche Absicherung verzichten. Im Gegenzug muss der Kreditnehmer höhere Zinsen akzeptieren. Gerade für Existenzgründer, die sich in einer schwierigen, finanziellen Ausgangssituation befinden, lohnt es sich also durchaus, Zeit und Geduld in die Recherche der unterschiedlichen Kreditgeber und ihrer Vergabemodalitäten zu investieren.

Gewährung des Mikrokredits

Wenn alle Unterlagen beim Kreditinstitut eingegangen und geprüft sind, erfolgt die endgültige Kreditentscheidung. Sie wird dem Antragsteller per E-Mail oder postalisch mitgeteilt. Mit der Bewilligung wird auch der endgültige Kreditvertrag verschickt, den der Antragsteller unterzeichnen und an den Vertragspartner zurücksenden muss. Obwohl bei Geldern aus dem Mikrokreditfonds nicht das Mikrofinanzinstitut, sondern die GLS Bank der Geldgeber ist, entscheiden die Vergabegremien der jeweiligen Finanzinstitute über Gewährung oder Ablehnung des Antrags. Nicht gewährt werden Mikrokredite beispielsweise wenn sich herausstellt, dass der Antragsteller fehlerhafte Angaben gemacht hat, wenn keine ausreichenden Sicherheiten vorhanden sind oder wenn harte Negativmerkmale bei der Schufa gespeichert sind. Dazu gehört die Insolvenz, die eidesstattliche Versicherung oder das Vorliegen eines Haftbefehls zur Abgabe einer solchen.

Auszahlung der Kreditsumme

Wurde der Kreditantrag bewilligt, kann das Geld an den Kunden ausbezahlt werden. Im Rahmen privater Mikrokredite erfolgt die Auszahlung innerhalb weniger Tage oder gar Stunden, je nachdem, welche Option der Kunde bei Antragstellung gewählt hat. Dabei wird das Geld auf das vom Kunden angegebene Konto überwiesen. Bargeldauszahlungen sind im Bereich privater Mini- und Blitzkredite nicht üblich. Gewerbliche Mikrokredite werden für gewöhnlich in einem Zeitraum wenigen Werktagen bis etwa zwei Wochen nach Bewilligung ausbezahlt. Dabei erfolgt die Auszahlung von Darlehen aus dem Mikrokreditfonds Deutschland nicht über das Mikrofinanzinstitut, bei dem der Antrag gestellt wurde, sondern über die dafür zuständige GLS Bank. Sowohl bei privaten als gewerblichen Mikrokrediten nimmt die Auszahlung also deutlich weniger Zeit in Anspruch als bei konventionellen Darlehen von der Hausbank.

Die Rückzahlungsphase

Wie lange die Rückzahlungsphase dauert und in welcher Form die Rückzahlung erfolgt, hängt von der individuellen Vertragsgestaltung und davon ab, ob es sich um einen gewerblichen oder privaten Mikrokredit handelt. Private Konsumkredite im Mikroformat werden in der Regel nach einem Ablauf von 30 Tagen mit einer Einmalzahlung beglichen. Die meisten Mikrofinanzinstitute bieten ihren Kunden darüber hinaus die Möglichkeit, den Rückzahlungszeitraum auf 2, 3 oder 6 Monate auszudehnen. Gewerbliche Darlehen hingegen sind umfangreicher, daher gehen sie auch mit längeren Rückzahlungsphasen einher. Gängig sind Laufzeiten zwischen 6 Monaten und 3 Jahren, wobei die Rückzahlung für gewöhnlich in monatlichen Raten erfolgt.

Rückzahlvarianten

Je nach Anbieter können sich Kreditnehmer auch für eine tilgungsfreie Phase zu Beginn der Laufzeit entscheiden. Erst wenn diese nach 6 oder 12 Monaten abgelaufen ist, beginnt die Ratenzahlung. Einige Mikrofinanzinstitute bieten auch endfällige Darlehen an. In diesem Fall erfolgt die Rückzahlung erst nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Laufzeit. Je nach Geschäftsmodell kann dieses Vorgehen durchaus sinnvoll sein. Vorausgesetzt, der Kreditnehmer kann sicherstellen, dass er nach Vertragsende in der Lage ist, die Gesamtsumme auf zu begleichen oder eine günstige Anschlussfinanzierung erhält. Wird der Mikrokredit fristgemäß zurückgezahlt, kann der Kreditnehmer beim nächsten Darlehen einen höheren Kreditbetrag wählen. Diese schrittweise Erhöhung der Leihsumme bieten sowohl private Minikreditanbieter als auch Förderbanken und Mikrofinanzinstitute an.

Staatlich geförderte Mikrokredite für Unternehmen

Unternehmer und Existenzgründer können ihren Mikrokredit sowohl bei einer Förderbank als auch bei einem mit dem Mikrokreditfonds Deutschland verbundenen Mikrofinanzinstitut aufnehmen. Hinsichtlich des möglichen Kreditvolumens und der üblichen Vertragslaufzeiten gibt es keine Unterschiede zwischen diesen beiden Gruppen potenzieller Geldgeber. Experten raten aber tendenziell eher dazu, sich zunächst um einen geförderten Mikrokredit zu bewerben. Geförderte Darlehen sind häufig zinsgünstiger und gehen mit weniger Nebenkosten für Zusatzleistungen einher wie Mikrokredite aus dem Mikrokreditfonds Deutschland. Viele Mikrofinanzinstitute hingegen richten sich zum Teil an spezielle Bewerbergruppen, die von den Landesbanken nicht gezielt gefördert oder sogar ausgeschlossen werden, wie etwa Kreative oder Existenzgründer im Bereich der Gastronomie. Manche haben sich auch auf die Vermittlung von Gründerkrediten an Arbeitslose spezialisiert oder bevorzugen Unternehmen, die sich im Ausbildungsbereich besonders hervortun.

Mikrokreditfonds Deutschland

Der Mikrokreditfonds Deutschland wurde 2010 als Nachfolger des GLS Mikrofinanzfonds gegründet, der seinerseits von den Bundesministerien für Arbeit und Soziales sowie Wirtschaft und Technologie ins Leben gerufen wurde. Er soll Gründern und Selbstständigen mit kleinem Bedarf das benötigte Kapital verschaffen und insbesondere jene Unternehmer fördern, die anderweitig kaum Chancen auf ein Darlehen hätten. Sein Kreditvolumen beläuft sich auf 100 Millionen Euro, die sowohl aus Geldern des Bundes als auch aus dem Europäischen Sozialfonds stammen. Die Verteilung der Mikrokredite obliegt dabei akkreditierten Mikrofinanzinstituten, die Kreditabwicklung selbst wird von der GLS Bank vorgenommen.

Wahl des Mikrofinanzinstituts

Wer ein Kleindarlehen über den Mikrokreditfonds Deutschland aufnehmen will, bewirbt sich daher nicht beim Fonds selbst oder bei der GLS Bank, sondern bei einem der gelisteten Mikrofinanzierer. Dabei gibt es wenige Institute, die bundesweit tätig sind, die meisten aber konzentrieren ihre Tätigkeit auf das jeweilige Bundesland. Selbstständige sollten bei der Wahl ihres Geldgebers aber nicht nur auf deren regionalen Schwerpunkt, sondern auch auf deren anvisierte Zielgruppe achten. Einige Mikrofinanzinstitute vergeben Kredite bevorzugt an Frauen, Migranten oder Empfänger von ALG II. Andere konzentrieren sich auf bestimmte Berufsfelder, etwa auf Existenzgründungen im Bereich Floristik, Gesundheit, Naturkosthandel oder Anlagenbau, wobei die Erstfinanzierungen in der Regel auf geringere Beträge beschränkt sind, als mögliche Folgekredite.

Mikrokreditprogramme der Landesbanken

Beim konventionellen Förderkredit führt kein Weg an der Hausbank vorbei. Mikrokredite hingegen können direkt bei der jeweiligen Förderbank beantragt werden. Da es zwischen den einzelnen Banken jedoch recht große Unterschiede hinsichtlich der Vergabekriterien und der möglichen Kredithöhe gibt, sollten Bewerber genug Zeit investieren, um die für sie infrage kommenden Angebote zu recherchieren und sich auf den Kreditantrag vorzubereiten. Generell liegen die Kreditzinsen bei Landesbanken etwas niedriger als beim Darlehen aus Mikrokreditfonds. Gute Bonität oder zusätzliche Sicherheiten wirken sich ebenfalls zinssenkend aus. Wie bei den Mikrofinanzinstituten spezialisieren sich einige Förderbanken auf bestimmte Personengruppen oder Branchen. Auch besteht bei den meisten Anbietern die Möglichkeit, eine tilgungsfreie Phase zu Beginn der Laufzeit zu vereinbaren. Die gängigen Laufzeiten liegen zwischen 6 Monaten und 5 bis 6 Jahren. Sie sind also etwas großzügiger berechnet als beim Darlehen aus dem Mikrokreditfonds.

Mikrokredite in der Entwicklungshilfe

Eine besondere Bedeutung kommt dem Mikrokredit in der Entwicklungshilfe zu. Die ersten Mikrokredite wurden bereits Anfang der 1970er im Rahmen von Hilfsprojekten in Afrika vergeben. Große Bekanntheit erlangte die von Muhammad Yunus gegründete Grameen Bank, die in Bangladesch Kleinstkredite nach dem Stufenprinzip an kleine Gruppen von Dorfbewohnern vergab und die Kreditnehmer selbst zu Miteigentümern der Bank machte. Ein Programm, das 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Seit den 1990ern entstanden ähnliche Projekte auch in immer mehr Ländern Europas, zunächst auf gemeinnütziger und privatwirtschaftlicher Basis, später in Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen. Sie alle gründen auf der Idee, Menschen, denen es an Bonität, nicht aber an Motivation und Ideen fehlt, mit dem nötigen Geld zu versorgen, um die ersten Schritte in Richtung Selbstständigkeit zu machen, sodass eine der Ursachen von Armut, nämlich das Fehlen von Kapital ausgehebelt wird.

Fazit

Die Regeln, nach denen Banken Geld verleihen, sind präzise definiert und lassen nur wenig Spielraum für Interpretationen. Das gilt selbst dann, wenn die Marktzinsen weltweit auf niedrigem Stand verharren und ein Kreditprojekt mit verhältnismäßig geringen Mehrkosten realisiert werden kann. Eine stabile wirtschaftliche und berufliche Situation, eine gute Bewertung bei der Schufa und anderen Auskunfteien sowie Sicherheiten und Eigenkapital gehören zu den Grundvoraussetzungen für private und gewerbliche Kreditnehmer. Doch längst nicht jeder Antragsteller kann diesen Ansprüchen genügen. Außerdem benötigt nicht jeder, der mit dem Gedanken spielt, ein Darlehen aufzunehmen, eine große Summe. Manchmal fehlen lediglich wenige Hundert oder Tausend Euro, um einen finanziellen Engpass zu überbrücken oder in die Selbstständigkeit zu starten. Banken aber vergeben Kredite erst ab einer gewissen Höhe.

Kleinere Beträge kann sich der Kunde bei entsprechender Kontovertragsgestaltung zwar per Dispo leihen, einen gesonderten Vertrag mit fixen Zinsen und festem Rückzahlungszeitraum bekommt er in der Regel erst ab einem Kreditumfang von 1500 oder 2000 Euro. Schneller, unbürokratischer und flexibler hinsichtlich der Leihsumme sind sogenannte Mikrokredite. Sie werden von Mikrofinanzinstituten vergeben, Gründer und Kleinunternehmer können sich hierfür auch an den Mikrokreditfonds Deutschland oder entsprechende Förderbanken wenden. Mikrokredite unterscheiden sich nicht nur in puncto Mindestleihsumme vom klassischen Bankdarlehen. Sie gehen auch mit kürzeren Rückzahlungsphasen und einer anderen Zinsgestaltung einher. Außerdem sind sie auch für Personen erreichbar, die auf klassischem Weg Schwierigkeiten haben, einen Kredit zu bekommen. Etwa, weil sie sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen wollen oder ihre Bonitätseinstufung nicht optimal ausfällt.

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